Booktalk

Wortwandels Gesprächsreihe über Sachbuch und Konsorten.
Meine Gäste sind professionell schreibende Menschen und erfahrene Wissensvermittler. Hier stellen sie ihr Buchwissen und ihre Erfahrung zur Verfügung – als Ermutigung für alle Autorinnen und Autoren in spe:

Schreiben Sie doch mal ein gutes Buch.

Den Booktalk gibt’s übrigens auch im Blog.

Fortsetzung folgt.

Die Kunst, den richtigen Ton zu finden

Ulrich Schnabel und das Buch als Lebensform

Mit Tinte im Blut und auf allerhand Umwegen kam der Wissenschaftsjournalist Ulrich Schnabel zu seinem Beruf. Als Buchautor macht er die Wissenschaft lebensdienlich und wird ein freundlicher Komplize seines Publikums. Im Booktalk verrät er, von welcher Entscheidung dabei alles abhängt und wie lange Spaziergänge mit fiktiven Gesprächspartnern beim Schreiben helfen.

 

“Die Wahl des richtigen Tons ist am Anfang fast die größte Hürde. Von dieser Entscheidung hängt alles ab: das Format, die Auswahl des Stoffs, die Struktur, die Dramaturgie, der rote Faden.”

Karten lesen

Wolfgang Crom und die Entzifferung der Welt

Bücher und Karten sind magische Wesen. Sie scheinen geheime Kräfte zu besitzen, können orientieren oder in die Irre führen. Sie können Wahrheit zeigen oder rundheraus lügen. Ihre Sprache und ihre Schrift muss man beherrschen, um sie zu verstehen. Andernfalls führt die Reise womöglich auf gefährliche Abwege. Wolfgang Crom leitet die Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, eine der größten wissenschaftlichen Kartensammlungen der Welt.
Wir fragten ihn: Ist auch die Karte ein Buch?

“Auf den ersten Blick scheint die Karte ja „nur“ ein Bild zu sein. Ein Bild allerdings, das mir kaum etwas sagt, wenn ich das kartographische Alphabet nicht beherrsche. Um ein Buch lesen zu können, muss ich die Schrift lesen können und die Sprache beherrschen. Auch die Karte ist wertlos, wenn mir weder das eine noch das andere zur Verfügung steht.”

Die Schnittstellenaktivistin

Zufallsexpertin Paulina Tsvetanova und ein Buch wie ein Basar

Wer sagt, dass man nur einen Beruf haben soll? Paulina Tsvetanova gründete der Krativagentur Paulina’s Friends, betreibt einen Zufallsladen und ist Galeristin. Außerdem schreibt sie Bücher und produziert Mode-Unikate nach eigenen Entwürfen. Stoffe und Muster kommen aus der halben Welt und sind auch so etwas wie Bücher – wenn man genau hinsieht.

 

“Ich wollte andere ermutigen, Ihre Zufallsgeschichten ernst zu nehmen und darüber zu schreiben. Ich selbst schrieb die Hälfte des Buches mit Hintergrund- und Kontextwissen zum Thema Zufall. Die 35 Co-Autoren steuerten ihre Geschichten bei.”

Das muss in Worten gehen

... findet Thorsten Dambeck

Thorsten Dambeck ist Sterngucker seit frühester Jugend. Später machte er die Passion zum Beruf. Das geschah, als er nach Physikstudium und Promotion eher zufällig seine zweite Leidenschaft entdeckte – das Schreiben. Aufklärung mit Genuss über Kosmos und ferne Welten ist seither sein Metier.

 

“Ein Buch oder ein Artikel über schwierige Sachverhalte muss auf jeden Fall unterhaltsam sein. Deshalb darf ich mich als Autor auch nicht dazu verleiten lassen, das Publikum mit meinem möglicherweise enormen Formelwissen zu traktieren. So etwas erstickt jede Begeisterung für die Sache im Keim.

Stephen Hawking hat einmal gesagt: ‚Jede Gleichung in einem Buch halbiert die Verkaufszahlen.’ Wenn aber doch einmal Zahlen oder Formeln unverzichtbar sind, ist es wichtig, sie in konkrete Bezüge einzubetten. Im Grundsatz gilt aber: Das muss in Worten gehen.

Hört, hört!

Brigitte Hagedorn und das Wissensnetzwerk

Hörer sollen zu Sendern werden. Brigitte Hagedorn wählte diese alte Forderung von Bertold Brecht, um zu erklären, was sie bei ihrem Tun antreibt. Die Podcast-Spezialistin, Mentorin und Buchautorin unterstützt Menschen, die Kompetenzen und Wissen mit anderen teilen möchten, um wiederum andere zu inspirieren und weiterzubringen – als Teil eines großen Wissensnetzwerks.

 

“Die wichtigen Gedanken kommen beim Aufschreiben. Außerdem lerne ich jedes Mal dazu, wenn ich mein Wissen verschriftliche. Gedanken klären sich, und verschüttet geglaubtes Wissen kommt an die Oberfläche. Im Schreibprozess kann man erleben, wie sich zuvor verstreutes Wissens sozusagen in geordneter Reihe an die richtige Stelle setzt.

Texte aus 20 Jahren Wortwandel
Physik . Kunstgeschichte . Wissenschaftspolitik . Jutta Limbach . Renate Künast . Rüdiger Safranski . Hans-Ulrich Treichel . Künstliche Intelligenz – Stadtforschung . Seidenstraße . Wirtschaft und Wissenschaft . Schlossgespenster . Pharaonische Gärten . Berlin und nochmal Berlin . u.v.a.m.