Wortwandel

Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.

Willkommen!

Irgendwann, am Ende der Schulzeit, dämmerte mir, dass das, was wir über Mensch, Kultur, Geschichte und Wissenschaft lernten, wohl nicht alles gewesen sein konnte. Also studierte ich Ethnologie (in Bonn, München und Berlin) und fand Anhaltspunkte, die hilfreich waren, den Perspektivwechsel zu erlernen. Das geschieht dann aber in der Regel autodidaktisch, vor allem auf Reisen in ferne Weltgegenden und in gute Bücher. Für mich war die Ethnologie immer das, was Stanley Diamond erklärte: die Lehre von den Konzepten, die wir nicht hätten erfinden können. Wenn man das ernst nimmt, klappt’s auch mit der Wahrheitsfindung. Denn tut man das nicht, bleibt nur, was der Physiker Heinz von Foerster der wissenschaftlichen Zunft ins Gewissen schrieb: „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.“

Was mich angeht: Ich hatte mein Biotop gefunden: zwischen allen Stühlen. Die Befreiung vom Absoluten bringt Neugier, Denken um die Ecke und Chaoskompetenz mit sich, alles Eigenschaften, die zum Schreiben wie zum Publizieren prima geeignet sind.

Die Firma

Alles in allem prima Stoff für Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen in den drei wissenschaftlichen Einrichtungen (so nennt man das), wo ich von den Profis in den Pressestellen (damals war das so) und nebenbei schon bei Zeitungen das Schreibhandwerk erlernte. In diesen Häusern (Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Botanischer Garten, Freie Universität), verbrachte ich schreibend und publizierend 15 öffentlich-dienstliche Jahre, bis ich als Angestellte unkündbar war. Dann ging ich.

2002 gründete ich Wortwandel.

Fortan erfand Magazine und schrieb sie voll. Ich schrieb Bücher und produzierte Broschüren. Ich moderierte auf Konferenzen und bereitete hochmögende akademische Persönlichkeiten auf ihre Auftritte vor. Ich schrieb für Zeitungen und für anderleuts Magazine. Über Physik, Kunstgeschichte, Wissenschaftspolitik, Künstliche Intelligenz, Diplomatie, Stadtforschung, Seidenstraße, Wirtschaft und Wissenschaft, Berliner Schlossgespenster, Pharaonische Gärten, Hauptstadt, Chemie, Kristallographie, Geschichte, Linguistik, Mathematik … Dazu kamen Unmengen von Porträts.
Damals begann ich auch zu unterrichten.

Susanne Weiss am 4. Mai 2009  in Berlin. Foto © David Ausserhofer (Abdruck honorarfrei)

In meiner kriminellen Eigenschaft bin ich Mitglied der Mörderischen Schwestern, einem exquisiten Netzwerk literarisch kriminalisierender Damen.
“Der tote Indianer” ist der Anfang einer Reihe von Kriminalgeschichten. Ethnologen aus der Wirklichkeit decken in einem schrägen Paralleluniversum fiese Machenschaften der Wissenschaft auf. Und die große Frage ist: Kann John Rabel in seiner Immersionsbibliothek Tote zum Reden bringen?