Ferien in der eigenen Geschichte

Schreiben können wir immer. 

Im Tagebuch führen wir Selbstgespräche. In der Geschichte schreiben wir uns frei.

Fantasievolle Geschichten zu schreiben, bringt uns oft der Wirklichkeit näher als die “Berichte” über vermeintliche Realitäten. Wir schöpfen Kraft und lernen Nützliches. Es hilft uns Auswege zu finden, wo vorher nur Sackgassen zu sein schienen.
Die Kraft des schreibenden Gestaltens kann so belebend wie subversiv sein. Texte können uns beschützen, den Horizont erweitern, Denkmöglichkeiten offenbaren und sogar festgefahrene Gefühle auf die Probe stellen.
Wir steigern Ausdruckskraft, Vorstellungsvermögen und die Lust, selber zu denken.
Die Ferien in der eigenen Geschichte befreien uns für einen Moment von den Zumutungen der Gegenwart – damit wir auch morgen noch kräftig zubeißen können.

Es ist egal, was Sie schreiben. Aber schreiben Sie.
Schreiben ist Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit und Eigenzeit.

„Schreiben ist eine köstliche Sache; nicht mehr länger man selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst geschaffen hat. Heute zum Beispiel bin ich gleichzeitig als Mann und als Frau, als Liebhaber und Geliebte, an einem Herbstnachmittag durch einen Wald unter gelben Blättern geritten; und ich war in den Pferden, den Blättern, dem Wind, in den Worten meiner Figuren, sogar in der roten Sonne, die sie ihre liebestrunkenen Augen schließen ließ.“
Gustave Flaubert

Was Sie erwartet

Fabulierlust, die Ermutigung, den nächsten Schritt zu tun, solides Handwerk und unermüdliche Geduld. Intensives Coaching in allen – oder einzelnen – Phasen des Schreibens. Auf Wunsch begleitendes Lektorat.

Die Phasen

Kreative Strategien
Von der Idee zur geschriebenen Geschichte (über Schreibblockaden und vermeintliche Hindernisse hinweg). Genre, Themen und Stoff


Recherche
„Auf dem Asphalt botanisierenen“
Lesen, Beobachten, Notieren

Figuren
Flache und runde Figuren mit und ohne Charakter …

Plot
Strukturen und Modelle, Dramaturgie und Spannung

Erzählperspektive
Allwissend, personal, multiperspektivisch oder doch „Ich“?

Welten erschaffen
Schauplatz und World Building und die Bedeutung von Räumen

Sprache und Schreiben
Für Anfänger: Die Grundlagen des Handwerks 
Für Fortgeschrittene: Die Meisterklasse

Überarbeiten, redigieren, feinschleifen (Stilistik)

Falls Sie Ihre Geschichte(n) veröffentlichen wollen, sprechen wir auch über die passenden Vorbereitungen dazu.

Preise  und Formate

Intensives Einzelcoaching
€ 128,- netto / 45 Minuten
Telefonisch oder nach Absprache persönlich

Intensive Projektbegleitung
5 x 45 Minuten
5 Einheiten zu verabredeten Zeitpunkten (Die Abstände sollten nicht zu groß sein.)
Schriftliche Beratung und Textlektorat in den Onlinephasen dazwischen (5 Normseiten à 1500 Zeichen pro Einheit)
€ 729,- netto

Weitere Formate und Preise nach Absprache.
Das erste Beratungsgespäch ist kostenlos.

Warmschreiben

Und das geht so …
Es gibt ein paar wirklich leichte Übungen, um ins Schreiben zu kommen …: Abschreiben und Weiterschreiben.
Suchen Sie sich beliebige Texte zum Ab- und Weiterschreiben aus, aus der Zeitung, dem Magazin oder aus dem Lieblingsbuch. Oder Sie nehmen den nebenstehenden Text. Abschreiben heißt wirklich nur einfach Abschreiben. Weiterschreiben heißt: Erst ein Stück abschreiben und dann ab einer vorher zufällig ausgesuchten Stelle den Text mit eigenen Worten weiterzuschreiben.

Auf der Seite Buch schreiben gibt es mehr nützliche Übungen

Eine kleiner Einstieg in Erzähltechnik ist hier zu finden. (auf der Seite unten)

Es war einer dieser unvergleichlichen Maitage. Für Momente wurde die Stadt in mildes Licht getaucht, und das frische Grün beruhigte das Gemüt. Friedlich und wie aufgebahrt lag der Tote hingestreckt am südlichen Ende des Gartenplatzes. Unter den tiefschwarzen Haaren wirkte die Blässe seines Gesichts fast pathetisch, fremd und erhaben zugleich. Seine Kleidung wirkte ebenso elegant wie einfach, dunkel im Ganzen, sehr gerade. Am linken Ringfinger trug er einen in Silber gefassten Türkis, der zu der Kette passte, die, fast verborgen unter dem Kragen, seinen Hals umfing. Seine Schuhe waren aus sehr feinem, weichem Leder gefertigt und offenbar handgenäht. Sie hatten ihn nun zu dem Ort gebracht, von dem er aus seine letzte Reise antreten sollte.
Das Telefon in John Rabels Bibliotkek klingelte um genau acht Uhr. Sonderbar. Dieses Telefon um diese Zeit? Rabel eilte zu dem riesigen Tisch, schob ein paar Bücher und Karten zur Seite und schlug nebenbei einen dicken Folianten zu. Die Bilder darin schienen sich zu bewegen, wenn die Sonne in einem bestimmten Winkel in die Bibliothek eintrat.

….

John Rabel hörte schweigend zu. Er schaute hinaus in den Garten, ohne etwas zu sehen. Weder Bäume noch Stauden, noch blühende Tulpen. In seinem Gesicht spiegelte sich zuerst Unglauben, dann Traurigkeit, dann konzentrierte Entschlossenheit. „Ich verstehe“, sagte er, legte den Telefonhörer zurück und schloss den Globus. Geistesabwesend schloss er die kleine Tür im Wandpaneel, durch die er gerade gekommen war. Er schüttelte den Kopf. Nein, das wollte er nicht wahrhaben. Das Geräusch einer Tür weckte ihn aus seinen tiefen Gedanken. Er drehte sich um. „Ah, Humboldt, kommen Sie rein“, sagte er leise.

Susanne Weiss – Der tote Indianer. John Rabels erster Fall. In Kürze auf allen eBook-Portalen.

Für wen ist mein Angebot geeignet?

Mein Angebot ist für alle geeignet, die gern schreiben möchten und nicht wissen, wie anfangen. Für alle, die einmal heraus möchten aus dem Alltag und zugleich etwas Nützliches lernen wollen. Es ist für alle geeignet, die die Sprache lieben und ihre Geheimnisse ergründen wollen.
Und für alle, die seit jeher Geschichten lieben, ihre Kraft verstehen – oder kennenlernen möchten.
Sprechen Sie mit mir. Das erste Gespräch kostet nichts.