Die Besten für den Mittelstand

Die Besten für den Mittelstand

Eine Kooperation des Wortwandels Verlags mit dem BVMW

Die Sache nimmt Fahrt auf. Ende letzten Jahres stiftete der Wortwandel Verlag eine wunderbaren Freundschaft zwischen Wirtschaft und Wissenschaft – zunächst auf Berliner Ebene. Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) und Vertreter der Berliner Spitzenwissenschaft lernten einander kennen und fanden, dass eine Zusammenarbeit in beiderlei Interesse läge. Anfang März gab es bereits die erste Auftaktveranstaltung, im Moment planen wir gemeinsam das „Grand Opening“.

Stichwort Fachkräftemangel

Am 28. März 2019 veröffentlichte das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) eine Studie, die es gemeinsam mit der Jobseite „Indeed“ und der Zeitschrift „Personalwirtschaft“ durchgeführt hat (KOFA-Studie 1-2019).

https://www.kofa.de/service/publikationen/detailseite/news/wie-unternehmen-trotz-fachkraeftemangel-mitarbeiter-finden

Wesentliche Empfehlungen, Fackkräfte zu gewinnen, lauten „zielgruppengenaue und persönliche Ansprache“ sowie „zielgruppengenaues Employer Branding“. Genau hier setzt unsere Initiative „Mittelstand trifft Wissenschaft“ an. Die Potentiale der Zusammenarbeit zwischen mittelständischen Unternehmen und der Wissenschaft werden bei weitem nicht ausgeschöpft. Ursache sind vielfach Verständnisschwierigkeiten, nicht nur im übertragenen, sondern durchaus im wortwörtlichen Sinne.

Zielgruppengenaue Ansprache: Um eine Zielgruppe erfolgreich anzusprechen, muss man sie nicht nur kennen, sondern auch verstehen, wie sie spricht und schreibt. Doch Wissenschaft und Unternehmen entwickeln je eigene Kommunikationskulturen und Gruppensprachen, die selbst bei fachlicher Nähe oft sehr weit auseinanderliegen können.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass Unternehmen zwar Anreize bieten, der Welt darüber aber nichts mitteilen. Das wiederum verschärft eine anderes Problem.

Stichwort Employer Branding

Die „staubige Werkbank“ in der Ecke und die Vorstellung von hausbackener Provinzialität geistert nach wie vor durch die Köpfe vieler Hochschulabsolventen. Dieses Vorurteil (unter anderen) trifft häufig auch Entreprenuers, die bei den „coolen Jungs“ nach wie vor als esoterische Spinner verschrieen sind, besonders wenn sie eine andere der Ökonomie wollen, die auch andere Ziele kennt als die simple Gewinnmaximierung.

Dazu dürfte unter vielen anderen eine aktuelle Studie des Business-Netzwerks XING interessant sein:

https://www.xing.com/news/articles/xing-gehaltsstudie-2019-lieber-mehr-sinn-im-job-als-ein-hohes-gehalt-2212667?cce=em5e0cbb4d.%3AEc6SDimjwmZg8ctZTQadAe

Bei vielen Akademikern hat der Mittelstand hat ein Imageproblem. Es zieht sie in die „Weltkonzerne“, wo nicht nur das Geld lockt, sondern auch ein Glamour, der sich indessen für die allermeisten am Ende als trügerisch herausstellt. „Employer Branding“ ist für Großunternehmen schon lange ein Thema, nicht nur mit aufwändigen Imagekampagnen. Die Recruiter gehen regelmäßig ganz gezielt in die Hochschulen zum „Fischen“ der jungen klugen Köpfe. Bis der Mittelstand kommt – oder eingeladen wird – ist der Teich längst leergefischt.

„Tue Gutes und sprich darüber“ ist bei vielen Mittelständlern als Methode der Rekrutierung noch nicht angekommen.

Umgekehrt wissen weite Teile der Wissenschaft viel zu wenig zum Beispiel vom lebhaften Forschungsgeschehen in einem hochgradig innovativen und international aufgestellten Mittelstand mit Tausenden von „Hidden Champions“, die seit jeher für den Weltmarkt produzieren – oder von der ungeheuren kreativen Vielfalt, die Mittelständler zu bieten haben. Das gilt besonders für die Universitäten, die mit 62,0 % nach wie vor den weitaus größten Anteil der Hochschulabsolventen ausbilden und dies nicht selten in einer „Als-ob-Haltung“ tun: Als ob die Studierenden eine Karriere in der Wissenschaft anstrebten. 91 % tun dies nicht.

Im Unterschied zu vielen Großkonzernen bieten mittelständische Unternehmen gerade für Hochschulabsolventen besonders interessante Karrierewege und vor allem: attraktive Gestaltungsmöglichkeiten in Führungspositionen.

Stichwort Wissenstransfer

Hat man schließlich doch zueinander gefunden, kommt häufig die nächste Verständigungshürde. Typisch für die oben erwähnten Gruppensprachen ist der implizite Charakter erheblicher Wissensbestände. Das Unternehmen sagt nicht, was es weiß, will und kann. Ein Hochschulabsolvent sagt nicht, was er weiß und bieten kann. Die Ursache ist in beiden Fällen ist die lange geübte und völlig falsche Vorstellung: Warum darüber reden? Weiß doch jeder!

Auf beiden Seiten bleibt vitales Wissen verborgen. Wertvolle Fachkenntnisse werden nicht in die Unternehmensabläufe integriert, die „Neuen“ fühlen sich unverstanden und zurückgewiesen. Frustration, Mismatches und teure Missverständnisse können die Folge sein. Man trennt sich wieder. Vorurteile vertiefen sich, Wissen und Kompetenzen gehen verloren.

Ein neues Format

Der Wortwandel Verlag hat zusammen mit dem BVMW ein Werkstattformat für gemischte Gruppen aus Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt, in dem alle diese Probleme „behandelt“ werden. Methodische Grundlage der Seminare ist die Kombination neuester Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften mit handwerklichen Ansätzen des Wissensmanagements. In realitätsnahen Settings entwickeln die Teilnehmenden Fähigkeiten, eine gemeinsame Sprache zu finden, implizites Wissen explizit zu machen und die notwendigen Perspektivwechsel zu vollziehen.

Unternehmen schärfen ihr Profil und bekommen Werkzeuge an die Hand, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, Hochschulabsolventen lernen, ihr Wissen verständlich zu vermitteln und so ihre Karrierechancen zu erhöhen.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.